Mentorship für Handwerksbetriebe

Mitarbeiter*innen, die in häusliche Pflege oder Betreuung eingebunden sind, brauchen Unterstützung im Betrieb, damit sie ihre Arbeitskraft unvermindert einsetzen können.
Wie diese Unterstützung für pflegende Mitarbeitende aussehen kann, muss nicht jeder Betrieb alleine beantworten. Schließlich lässt sich Erfahrungswissen wunderbar teilen!

Projektkoordinator Thomas Oehlschläger leitet die Mentoren-/Mentee-Treffen

Auf einen Blick

Mit dem demografischen Wandel unserer Gesellschaft steigt in den Unternehmen die Zahl der Beschäftigten, die zu pflegende Angehörige haben. Sie sind psychischen, physischen und sozialen Belastungen ausgesetzt, die sich zum Teil gravierend auf die eigene Gesundheit sowie ihre Arbeitsfähigkeit im Betrieb auswirken.

Längst nicht alle Unternehmen können ihre Beschäftigten in der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf mit Fachkenntnissen unterstützen und so zum Erhalt der individuellen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit und zur betrieblichen Arbeitskräftesicherung beitragen. Häufig ist ihnen schon die Anzahl und Situation häuslich pflegender Beschäftigter im eigenen Betrieb unbekannt. Tendenziell gilt dies insbesondere für kleine Unternehmen, die unter hohem Druck arbeiten und auf wenige innerbetriebliche Personalmanagementressourcen zurückgreifen können.

Das Mentorship

Die Machbarkeitsstudie „ePA-Mentorship – Erwerbstätige pflegende Angehörige im Fokus partnerschaftlichen Wissenstransfers von Unternehmen im Handwerk“ will einen Lösungsansatz bieten: Sie erprobt ein Austausch-Format, das dem Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen (in der Regel größeren bzw. mittelständischen) Unternehmen mit entsprechenden Kenntnissen (Mentor-Unternehmen) und (zumeist kleineren) Handwerksbetrieben ohne diese Kenntnisse (Mentee-Unternehmen) dient. Mit regionalen Ressourcen bietet es eine Ergänzung zu vorhandenen Angeboten wie dem „Pflege-Koffer“ und der Qualifizierung zum „Pflege-Guide“ – immer mit Blick auf  die spezifischen Bedarfe und teilweise begrenzten Möglichkeiten der Betriebe.

Die Mentee-Unternehmen sollen außerdem im Dialog von dem bestehenden Erfahrungsschatz der Mentor-Unternehmen profitieren und eigene Schwerpunkte und betrieblich passende Lösungsstrategien im Umgang mit den erwerbstätig pflegenden Angehörigen zu entwickeln. Des Weiteren sollen Vorbehalte oder Ängste sowie Erwartungen und Möglichkeitsräume sowohl auf Seiten der Unternehmen wie der erwerbstätig pflegenden Angehörigen identifiziert und lösungs- und umsetzungsorientiert behandelt werden. 

Ort der Durchführung ist der Kreis Borken. Begleitet wird das Projekt von der Kreishandwerkerschaft Borken und der Wirtschaftsförderung Borken WFG. Die Durchführung liegt in Händen von HeurekaNet – Freies Institut für Bildung, Forschung und Innovation e.V., Thomas Oelschläger, die Projektleitung liegt bei der FH Münster, Fachbereich Gesundheit, Prof. Dr. Marcellus Bonato.

Die Unternehmensgruppe Pietsch mit Sitz in Ahaus gehört zu den führenden Großhändlern für die Bereiche Sanitär, Heizung, Umwelt, Klima und Lüftung. Hier arbeiten rund 1.300 Mitarbeiter an 87 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Bremen und Schleswig-Holstein. Seit einigen Jahren leistet das Unternehmen Unterstützung für seine pflegenden Mitarbeiter:innen. Die Erfahrungen gibt es nun als Mentor an andere Betreibe weiter.

Ihr Kontakt zum Mentorship

Thomas Oehlschläger
Projektkoordinator

Das Mentorship-Programm ist offen für weitere Expert*innen und Teilnehmer*innen!