Das Fachkreis-Format

Die reges:BOR-Fachkreise sind kleine Arbeitsrunden. Sie setzen sich aus Expert:innen aus dem reges:BOR-Netzwerk sowie aus Bürger:innen und Betroffenen zusammen. Innerhalb der Fachkreise wird das jeweilige Thema gründlich beleuchtet. Auch Arbeits- oder Rechercheaufträge können intern vergeben werden, wenn das Thema dies erfordert.

Die Fachkreise treffen sich im ca. sechswöchigen Abstand. Derzeit treffen sich die Fachkreise „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ sowie „Gesund Aufwachsen“.

Der Fachkreis „Gesund Aufwachsen“

Der Fachkreis „Gesund aufwachsen“ widmet sich der Gesundheit der Jüngsten in unserer Gesellschaft. Denn wie wir aufwachsen, welche Ressourcen uns zur Verfügung stehen und welche Kompetenzen wir erwerben können, prägt unser gesamtes Leben.

Foto: Münsterland e.V. | Foelting

Als inhaltliche Themenstellung konzentriert sich der Fachkreis auf die ganzheitlichen Gesundheitsförderung – also psychische Gesundheit, Bewegung und Ernährung – von Kindern und Jugendlichen.

Wie können Kinder und Jugendliche im Kreis Borken gesund aufwachsen?

Oft genug bestimmen Erwachsene, was gut für die Kinder ist. Der Fachkreises möchte die Zielgruppe stattdessen selbst befragen. „Welche Gedanken belasten Dich? – Ernährst Du Dich gesund, hast Du ausreichend Möglichkeiten und Lust, Dich zu bewegen?“  Mit den Erkenntnissen können bestehende Maßnahmen optimiert und neue erarbeitet werden. So können die Kinder und Jugendliche selbst letztlich Verbesserungen ihrer Lebenswelten bewirken.

Basierend auf den Erfahrungen der jungen Leute können voraussichtlich bestehende Projekte so angepasst werden, dass sie besser angenommen werden. Für zusätzliche neue Projekte steht die Projektschmiede reges:TuN bereit, die Erfahrung darin hat, Bürgerprojekten zur Umsetzung zu verhelfen.

Virtuelle Schnitzeljagd zur Bewegungsförderung

Ein Beispiel für ein bestehendes, gutes Projekt findet sich in der Stadt Bocholt im Bereich Bewegungsförderung. Dieses Thema erachten die Teilnehmer:innen des Fachkreises als dringend – besonders in der Nach-Corona-Zeit. Bocholt hat eine Parcours-App aufgelegt, eine Art virtuelle Bewegungsschnitzeljagd durch die Sadt, in der die Kinder und Jugendlichen verschiedene Aufgaben bewältigen können. Sie sollen etwa ein Foto vom Lieblingsort in der Innenstadt machen oder eine bestimmte Kunstinstallation finden. Insgesamt beträgt die Strecke 5 Kilometer. Spaß, Kommunikation und Bewegung draußen – ein bemerkenswertes Good Practice-Beispiel unseres Fachkreis-Partners.

Maßnahmen wie diese sind geeignet, dem Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen etwas entgegen zu setzen. Corona hat die Situation, die seit Jahren unverändert ist, verstärkt: Ohne Schul- und Freizeitsport verringerte sich die tägliche Bewegung der Kinder noch einmal. Dies führt unter anderem zu Übergewicht, dessen Hauptfaktoren falsche Ernährung und Bewegungsmangel sind.

Die Arbeit des Fachkreises

Im Kreis Borken gibt es bereits viele gute Projekte für die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen . Welche das sind, sammeln die Teilnehmer:innen des Fachkreises. Im nächsten Schritt wird analysiert, welche Faktoren für ein „gut Laufen“ der Maßnahmen verantwortlich sind und wo Hemmnisse und Stolpersteine liegen. Der Austausch unter den Expert:innen im Fachkreis geschieht interdisziplinär und auf Augenhöhe.

Ziel des Fachkreises „Gesund Aufwachsen“ ist,
• vorhandene Projekte zu identifizieren und zu optimieren,
• vorhandene Projekte für anderen Orte im Kreis Borken zu adaptieren und dort zu installieren.

Mitglieder im Fachkreis sind etwa der Kreissportbund Borken, die AOK Nordwest, die Zukunftsstadt Bocholt, Kreis-Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Gesundheit und Jugend, das Ärztenetzwerk BOHRIS sowie Jugendvertreter*innen. Derzeit trifft sich der Fachkreis (virtuell) alle sechs Wochen.

Ihr Kontakt zum Fachkreis

Sarah Kleine
FH Münster/ reges:BOR

Der Fachkreis ist offen für weitere Expert*innen und Teilnehmer*innen!

Der Fachkreis „erwerbstätige pflegende Angehörige“

Wenn ein geliebter Mensch plötzlich pflegebedürftig wird, springen oft die Angehörigen ein. Doch die stehen selbst mitten im Leben – und im Beruf. Was brauchen erwerbstätige pflegende Angehörige? Welche Hilfen gibt es für sie im Kreis Borken, aber auch: Warum werden manche Hilfen gar nicht wahrgenommen oder angenommen?

Um Pflegende gesund zu erhalten, sind viele Ideen und Hilfestellungen gefragt. Der Fachkreis „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ des Gesundheitsförderungsnetzwerkes reges:BOR nähert sich den Problemen, aber auch den möglichen Lösungen systematisch.

Der Fachkreis – ein Zusammenschluss

Der Fachkreis „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ ist ein Zusammenschluss von Expert:innen: Fachleute aus dem Bereich der Pflege, Anbieter:innen von Unterstützungsleistungen und Arbeitgebervertreter:innen analysieren gemeinsam die Angebote, aber auch die Hemmnisse, diese wahrzunehmen.

Der Fachkreis trifft sich (momentan virtuell) alle sechs Wochen.

Parallel zu den Treffen findet eine qualitative Befragung der Zielgruppe statt, die von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin für Methoden und Datenanalyse von reges:BOR durchgeführt wird. Auch ihre Ergebnisse fließen in die Bestandsaufnahme und die möglichen, zukünftigen Interventionen mit ein.

Am 28./29. Mai 2021 fand ein Intensivworkshop statt, in dem Betroffene und Fachleute gemeinsam konkrete Projektvorhaben entwickelt haben.

Befragung im Kreis Borken

Einen Angehörigen zu pflegen ist ein Vollzeitjob – was, wenn die pflegende Person außerdem berufstätig ist? Wie lassen sich Job und Pflege vereinbaren? Mit welchen Schwierigkeiten müssen erwerbstätige pflegende Angehörige umgehen, welche Hilfen stehen ihnen zur Verfügung?

Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig: Sie können helfen, Maßnahmen zu entwickeln, die die Betroffenen wirklich wahrnehmen. Darum hat das Gesundheitsförderungsnetzwerk reges:BOR einen Fragebogen für berufstätige pflegende Angehörige entwickelt. Er soll die Situation dieser stark belasteten Menschen erfassen und Ansatzpunkte zur Unterstützung und Gesunderhaltung liefern.

Die Befragung ist beendet. Seit November 2021 wird der gewonnene Datenschatz analysiert und aufbereitet.

Die Fragen gliederten sich in vier Blöcke:

1. Charakterisierung der pflegebedürftigen Person und Aufgaben
2. Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit
3. Weitere Herausforderungen und Wünsche  
4. Demografie und Charakterisierung des Unternehmens

Die Befragung war anonym. Teilnahmeberechtigt war jede:r, der:die im Kreis Borken wohnhaft ist und/oder seinen:ihren Angehörigen im Kreis Borken pflegt und/oder betreut.

Die Daten und Erkenntnisse flossen in den Intensivworkshop „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ ein, der am 28. und 29. Mai 2021 online stattgefunden hat: An zwei Tagen haben sich Betroffene mit Experten:innen aus der Pflege, Arbeitgebervertretern, Anbietern von  Unterstützungsleistungen, Verwaltung und vielen anderen zusammengesetzt, um konkrete Maßnahmen zur Unterstützung und Gesunderhaltung der pflegenden Angehörigen zu erarbeiten.

Die Daten aus der Befragung bildeten dabei die Diskussionsgrundlage. Die Befragung endete am 31.05.2021

Corona brachte auch Verbesserungen

Auch wenn die detaillierte Auswertung der Interviews noch nicht veröffentlicht ist, ist ein Ergebnis bereits deutlich: Für einen Großteil der Befragten haben die einschneidenden Veränderungen durch Corona auch positive Aspekte mit sich gebracht, die ihnen aus heutiger Sicht die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf erleichtern.

Die Ergebnisse wird das Team der FH nutzen, um die geplante quantitative Befragung in mehreren Betrieben im Kreis Borken der aktuellen Situation anzupassen. Die Ergebnisse der Befragung werden zudem in die weitere Arbeit des Fachkreises „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ einfließen und dort mit den Expert:innen diskutiert werden.

Expert:innen kommen zu Wort

Der erste Fachkreis „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ von reges:BOR fragt, was Pflegende brauchen. Netzwerkpartner:innen aus dem Bereich der Pflege, Anbieter von Unterstützungsleistungen und Arbeitgebervertreter analysieren geeinsam die Angebote für pflegende Angehörige im Kreis Borken, aber auch die Hemmnisse, diese Angebote wahrzunehmen.

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