Der Fachkreis „erwerbstätige pflegende Angehörige“

Wenn ein geliebter Mensch plötzlich pflegebedürftig wird, springen oft die Angehörigen ein. Doch die stehen selbst mitten im Leben – und im Beruf. Was brauchen erwerbstätige pflegende Angehörige? Welche Hilfen gibt es für sie im Kreis Borken, aber auch: Warum werden manche Hilfen gar nicht wahrgenommen oder angenommen?

Um Pflegende gesund zu erhalten, sind viele Ideen und Hilfestellungen gefragt. Der Fachkreis „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ des Gesundheitsförderungsnetzwerkes reges:BOR nähert sich den Problemen, aber auch den möglichen Lösungen systematisch.

Der Fachkreis – ein Zusammenschluss

Der Fachkreis „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ ist ein Zusammenschluss von Expert*innen: Fachleute aus dem Bereich der Pflege, Anbieter*innen von Unterstützungsleistungen und Arbeitgebervertreter*innen analysieren gemeinsam die Angebote, aber auch die Hemmnisse, diese wahrzunehmen.

Der Fachkreis trifft sich (momentan virtuell) alle sechs Wochen.

Parallel zu den Treffen findet eine qualitative Befragung der Zielgruppe statt, die von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin für Methoden und Datenanalyse von reges:BOR durchgeführt wird. Auch ihre Ergebnisse fließen in die Bestandsaufnahme und die möglichen, zukünftigen Interventionen mit ein.

Am 28./29. Mai 2021 fand ein Intensivworkshop statt, in dem mit Betroffenen und Fachleuten gemeinsam konkrete Projektvorhaben entwickelt haben.

Befragung
im Kreis Borken

Einen Angehörigen zu pflegen ist ein Vollzeitjob – was, wenn die pflegende Person außerdem berufstätig ist? Wie lassen sich Job und Pflege vereinbaren? Mit welchen Schwierigkeiten müssen erwerbstätige pflegende Angehörige umgehen, welche Hilfen stehen ihnen zur Verfügung?

Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig: Sie können helfen, Maßnahmen zu entwickeln, die die Betroffenen wirklich wahrnehmen. Darum hat das Gesundheitsförderungsnetzwerk reges:BOR einen Fragebogen für berufstätige pflegende Angehörige entwickelt. Er soll die Situation dieser stark belasteten Menschen erfassen und Ansatzpunkte zur Unterstützung und Gesunderhaltung liefern.

Die Fragen gliedern sich in vier Blöcke:

1. Charakterisierung der pflegebedürftigen Person und Aufgaben
2. Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit
3. Weitere Herausforderungen und Wünsche  
4. Demografie und Charakterisierung des Unternehmens

Die Befragung ist anonym. Teilnahmeberechtigt ist jede*r, der*die im Kreis Borken wohnhaft ist und/oder seinen*ihren Angehörigen im Kreis Borken pflegt und/oder betreut.

Die Daten und Erkenntnisse flossen in den Intensivworkshop „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ ein, der am 28. und 29. Mai 2021 online stattgefunden hat: An zwei Tagen haben sich Betroffene mit Experten*innen aus der Pflege, Arbeitgebervertretern, Anbietern von  Unterstützungsleistungen, Verwaltung und vielen anderen zusammengesetzt, um konkrete Maßnahmen zur Unterstützung und Gesunderhaltung der pflegenden Angehörigen zu erarbeiten.

Die Daten aus der Befragung bildeten dabei die Diskussionsgrundlage. Die Befragung endete am 31.05.2021

Corona brachte auch Verbesserungen

Auch wenn die detaillierte Auswertung der Interviews noch nicht veröffentlicht ist, ist ein Ergebnis bereits deutlich: Für einen Großteil der Befragten haben die einschneidenden Veränderungen durch Corona auch positive Aspekte mit sich gebracht, die ihnen aus heutiger Sicht die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf erleichtern.

Die Ergebnisse wird das Team der FH nutzen, um die geplante quantitative Befragung in mehreren Betrieben im Kreis Borken der aktuellen Situation anzupassen. Die Ergebnisse der Befragung werden zudem in die weitere Arbeit des Fachkreises „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ einfließen und dort mit den Expert*innen diskutiert werden.

Expert*innen
kommen zu Wort

Der erste Fachkreis „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ von reges:BOR fragt, was Pflegende brauchen. Netzwerkpartner*innen aus dem Bereich der Pflege, Anbieter von Unterstützungsleistungen und Arbeitgebervertreter analysieren geeinsam die Angebote für pflegende Angehörige im Kreis Borken, aber auch die Hemmnisse, diese Angebote wahrzunehmen.

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