Auf dem Weg zu einer Gesundheitsregion für den Kreis Borken?

40 Vertreter:innen von Gesundheits- und Sozialakteuren im Kreis Borken diskutierten Mitte November zusammen mit Politiker:innen, Kreis und Krankenkassen mögliche Wege zur Umsetzung einer regionalen, koordinierten Initiative für Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgungsoptimierung. Eingeladen hatten das Gesundheitsförderungsnetzwerk reges:BOR der Fachhochschule Münster und OptiMedis, ein Unternehmen für Management, Analytik und Forschung im Gesundheitswesen.

Die Villa van Delden in Ahaus mit ihren Hochzeitsräumlichkeiten bildete den Rahmen – und eine Art Hochzeit zwischen Hochschule und den Akteuren vor Ort war das Ergebnis. Mit „Gesundheit neu denken – von Gesundheitsförderung und Prävention bis hin zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung im Kreis Borken“ leitete Marcellus Bonato, Seniorprofessor am Fachbereich Gesundheit der FH Münster, die Veranstaltung ein und berichtete über die erfolgreichen fünfjährigen Aktivitäten der lokalen Vernetzungspartner von reges:BOR. Helmut Hildebrandt, OptiMedis-Vorstandsvorsitzender, stellte die Aussagen der Koalitionsvereinbarung in Nordrhein-Westfalen zur Errichtung von fünf Gesundheitsregionen vor und beschrieb Wege zur Entwicklung einer „Gesundheitsregion“ als einer auf Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgungsoptimierung ausgerichteten, regional koordinierten Initiative. Ihr Ziel sei die Besserung des Gesundheitszustands und der Gesundheitschancen der Bevölkerung im Sinne eines längeren gesunden Lebens mit dem Ergebnis einer Entlastung der zukünftig knapper werdenden Fachkräfte und einer geringeren Steigerung der Kosten für die Verantwortungsgemeinschaft.

Vertreter:innen aus Kliniken, Gesundheitsversorgung, Pflege, Ärzteschaft, Sozialverbänden, Bildungsträgern, dem kommunalen Bereich und der Politik berichteten über die Herausforderungen, die sich auch im Kreis Borken schon zeigen. So machen sich der Fachkräftemangel, die ungleichen Gesundheitschancen, die Informations- und Qualitätsprobleme trotz der rund 1,9 Milliarden Euro jährlichen Ausgaben für die Bevölkerung in vielfacher Weise bemerkbar.

In drei Workshops berichteten die Teilnehmer:innen von teilweise bürokratischen Erschwernissen für ein längeres gesundes Leben für alle Bewohner des Kreises. Sie stellten jedoch auch die vielen vorhandenen Aktivitäten vor und welche Verbesserungen – ob nun für Kinder und Jugendliche, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder auch für Hochbetagte – mit zum Teil wenig aufwändigen Investitionen erreicht werden könnten. Dafür brauche es eine Organisation oder Institution, die neutral und dem Ziel der Gesundheitsverbesserung verpflichtet sei und einen ausreichenden Hebel zur Verbesserung einsetzen könne. Da sowohl im Land wie auch in der Koalitionsvereinbarung im Bund derartige Initiativen als Ziele aufgenommen worden sind, bildete sich Optimismus. Jedenfalls – so die Teilnehmer:innen – habe der Kreis Borken aufgrund der Netzwerkerfahrung und den vielen Interessenten an einer Zusammenarbeit eine bessere Ausgangslage als viele andere Kreise.  

Wie geht es weiter? Der Impuls ist gemacht, ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltung wird allen Interessenten zugeleitet. Eine Reihe der anwesenden Einrichtungen haben bereits ihr Interesse an einer gemeinsamen koordinierten Initiative „Gesundheitsregion“ zum Ausdruck gebracht. Michael Heistermann als Vertreter der Kreisverwaltung versprach die weitere Befassung mit dem Thema. Das Netzwerk reges:BOR sowie OptiMedis haben zugesagt, sich mit ihren Erfahrungen als Sparringpartner für eine Startphase zur Verfügung zu stellen.

FH Münster
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