Gesundheitsförderung im Kreis Borken

Wie steht es um die Gesundheitsförderung im Kreis Borken? Um darüber zu berichten, war das regionale Gesundheitsförderungsnetzwerk reges:BOR jetzt zur AG der Bürgermeister*innen und Beigeordneten des Kreises Borken eingeladen.

Projektleiter Prof. Dr. Marcellus Bonato und Netzwerkentwickler Kolja Heckes erläuterten die Ausrichtung des Netzwerkes und seine ersten Meilensteine. „Viele tolle Angebote zur Gesunderhaltung existieren längst. Aber sie kommen zu wenig dort an, wo sie gebraucht werden“, stellt Bonato fest. „Die Angebote finden zu wenig in den Lebenswelten statt – also in Unternehmen, Schule, Kita, Nachbarschaften –, sondern die Menschen müssen zu den Angeboten kommen. Unser Ziel hingegen ist es, die Angebote dort zu schaffen, wo die Menschen leben, wohnen oder arbeiten.“

Kolja Heckes konkretisierte, wie das Netzwerk dies bewerkstelligt: Sobald ein drängendes Thema identifiziert sei, bilde das Netzwerk einen Fachkreis. Der erste Fachkreis beschäftigt sich mit der Situation erwerbstätiger pflegender Angehöriger. „Statistisch gesehen ist das eine kleine Gruppe. Dennoch kennt jeder aus seinem Betrieb, seinem Sportverein, der Schule seiner Kinder jemanden, der oder die neben dem Job einen Angehörigen pflegt.“ Ein blinder Fleck in der Statistik – übrigens kannten auch die anwesenden Bürgermeister*innen und Beigeordneten „unsichtbare“ pflegende Angehörige in ihrem Umfeld.

Um die Menschen und ihre Situation sichtbar zu machen und Ideen zur Verbesserung zu entwickeln, veranstaltete reges:BOR Ende Mai den Intensivworkshop „Gesundheitsförderung für erwerbstätige pflegende Angehörige“. Die 31 Teilnehmenden hatten dort sieben Maßnahmen erarbeitet, die in den kommenden Wochen von reges:BOR in der Umsetzung begleitet werden. Betrachtet werden Projektmanagement, Ressourcen oder Finanzierung.

„Die 17 Gemeinden im Kreis sicherten ihre Unterstützung zu, sodass die Projekte vor Ort ans Laufen kommen“, so Heckes. Er und Bonato können sich also über Unterstützung der Kommunen für „ihr“ passendes Projekt freuen – ein weiterer Schritt auf Verstetigung des Netzwerkes reges:BOR.

reges:BOR ist ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung und Prävention im Kreis Borken. Es ist Teil des hochschulweiten Projekts münster.land.leben an der FH Münster mit mehr als 75 Partner*innen aus Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft. Dieses hat die Stärkung von Gesundheit, Teilhabe und Wohlbefinden im ländlichen Raum zum Ziel und besteht aus mehreren Teilvorhaben, die unter fh-muenster.de/muensterlandleben abrufbar sind. Gefördert wird münster.land.leben von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“.

FH Münster
Fachbereich Gesundheit (MSH)
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